Änderungen bei den Registrierkassen ab 2020

Was ändert sich?

Viele Unternehmen, besonders im Einzelhandel, aber auch Handwerker und Dienstleister, setzen elektronische Kassen ein.

Zum 01.01.2020 sollen alle elektronischen Kassen eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung besitzen und beim Finanzamt registriert sein. Es dürfen nur noch zertifizierte elektronische Kassen eingesetzt werden. Bestehende Kassensysteme müssen bis auf wenige Ausnahmen aufgerüstet werden.

Es ist also zu prüfen, welche Veränderungen hinsichtlich Ihrer Kasse oder Ihrem Kassensystem erforderlich sind. Derzeit verfügen nur wenige Kassenhersteller über die nötigen Voraussetzungen zur Zertifizierung der Systeme.

Keine allgemeine Registrierkassenpflicht

Eine allgemeine Registrierkassenpflicht wurde nicht eingeführt.  Zumindest diese schätzt die Finanzverwaltung noch als unverhältnismäßig ein. Allerdings gelten bisher schon erhebliche Aufzeichnungspflichten bei einer sogenannten „Einzelaufzeichnungspflicht“ oder einer „offenen Ladenkasse“. In vielen Fällen lohnt sich deshalb die Investition in ein leistungsstarkes Kassensystem, die es auch für den mobilen Einsatz gibt.

Was ist zu tun?

  1. Sie müssen überprüfen, welche elektronische Kasse Sie einsetzen, ob diese unter die Übergangsvorschriften (25.11.2010 – 01.01.2020) fällt bzw. ggf. aufrüstbar ist.
  2. Ist das nicht möglich, müssen Sie sich eine neue Kasse anschaffen, die eine technische Sicherheitseinrichtung besitzt.
  3. Die Kasse muss einen Monat nach Inbetriebnahme des Systems gemeldet werden. Für bereits zu Jahresbeginn 2020 genutzte Altkassen wird es eine Nachmeldefrist bis zum 31. Januar 2020 geben.

Belegausgabepflicht

Beim Einsatz einer elektronischen Kasse sind Sie ab 01.01.2020 verpflichtet, Ihren Kunden bei jedem Einkauf unaufgefordert einen Bon zu geben. Aus Zumutbarkeitsgründen sieht das Gesetz für den Warenverkauf an eine Vielzahl von nicht bekannten Personen vor, dass Unternehmen die Befreiung von der Belegausgabepflicht beantragen können. Das Finanzamt wird über den Befreiungsantrag entscheiden.

Was kann passieren?

Entspricht Ihre Kasse nicht den Anforderungen, verwirft die Finanzverwaltung ihre Aufzeichnungen und schätzt diese. Dann ist mit erheblichen Steuernachzahlungen, bis in den fünfstelligen Bereich, zu rechnen. Es kann ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden. Außerdem handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, bei der mit einem Bußgeld bis 25.000 € gedroht wird. 

Kassennachschau

Seit 2018 führen die Finanzämter „Kassennachschauen“ durch. Bei einer solchen Kassennachschau erscheinen Mitarbeiter des Finanzamtes unangemeldet zu den Geschäftszeiten und überprüfen die Kassen. Befinden sich Mitarbeiter im Geschäft, die Zugang zur Kasse haben, sind auch diese auskunftspflichtig.

Was geht nicht?

Einfach so weiter machen …

Tipp!

Lassen Sie sich beraten!

Gerne erläutern wir Ihnen, ob Sie etwas verändern müssen und wie man sich bei einer Kassennachschau verhält.