Ehrenamtliche Tätigkeiten – Was muss versteuert werden?

 „Sehr viele Menschen engagieren sich neben ihrer Arbeit ehrenamtlich. Damit schaffen sie einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Dafür erhalten sie ggf. eine Aufwandsentschädigung oder einen Auslagenersatz.

Ein Tätigkeitsschwerpunkt der Kanzlei ist die steuerliche Beratung von Vereinen und Verbänden. Dort wird der größte Teil der ehrenamtlichen Arbeit verrichtet. Nachfolgend sind einige Fragen zur Besteuerung der Einnahmen aus der ehrenamtlichen Tätigkeit aufgeführt. 

Was ist eine ehrenamtliche Tätigkeit?

 „Eine ehrenamtliche Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden. Der Ehrenamtliche darf dafür keine angemessene Vergütung erhalten. Trotzdem muss die Tätigkeit nicht unentgeltlich ausgeführt werden. Der Ehrenamtliche kann eine Aufwandsentschädigung oder einen Auslagenersatz erhalten. Manchmal wird auch ein Taschengeld gezahlt.“ „Wann ist eine Tätigkeit nebenberuflich? “ „Eine Tätigkeit ist nebenberuflich, wenn die Tätigkeit nicht mehr als 1/3 der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt. Bei einer Tätigkeit von nicht mehr als 14 Stunden wöchentlich, ist die 1/3-Grenze erfüllt. Eine nebenberufliche Tätigkeit kann auch bei Personen vorliegen, die keinen Hauptberuf ausüben (z. B. bei Arbeitslose, Vermieter, Hausfrauen oder Rentner).“

„Was ist eine Aufwandsentschädigung?“

„Eine Aufwandsentschädigung ist eine Abgeltung des entstandenen Aufwandes. Eine Grenze, wie hoch die Aufwandsentschädigung pro Stunde gezahlt werden darf, gibt es nicht. Es kommt immer auf den Einzelfall und die Höhe des Aufwandes an, den der ehrenamtliche vergütet bekommen soll. Die Aufwandsentschädigung wird in der Regel als Pauschalbetrag gezahlt.“

„Was ist ein Auslagenersatz?“

„Bei einem Auslagenersatz bekommt der ehrenamtliche seine Auslagen erstattet. Dies kann nicht pauschal erfolgen. Die Auslagen müssen nachgewiesen werden. Dann ist die Erstattung von Auslagen steuerfrei. Pauschal erstattete Auslagen sind Aufwandsentschädigungen.“

„Was muss versteuert werden? “

„Der Gesetzgeber hat für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten Steuervergünstigungen geschaffen. Diese können bis zu einer Höhe von 2.400 € im Jahr steuerfrei sein (Übungsleiterfreibetrag).“ „Steuerlich begünstigt ist damit “

• die nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder eine vergleichbare Tätigkeit“ „• eine nebenberufliche künstlerische Tätigkeit
• eine nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen.
Die Vergütung muss von einer Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke erfolgen. Das können Vereine oder Körperschaften des öffentlichen Rechts sein. 

Neben diesen Tätigkeiten sind Aufwandsentschädigungen für Tätigkeiten aus allen nebenberuflichen Tätigkeiten im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich bis 720 € im Jahr steuerfrei (Ehrenamtsfreibetrag).

Hiermit sollen Tätigkeiten begünstigt werden, die nicht unter den Übungsleiterfreibetrag fallen. Insbesondere betrifft dieser Freibetrag Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Arbeit in den Vereinsvorständen. Von den Vereinen können diese Aufwandsentschädigungen allerdings nur gezahlt, wenn dies in der Satzung geregelt ist. Sonst gefährdet der Verein die Gemeinnützigkeit. 

„Was ist, wenn die Aufwandsentschädigung die steuerfreien Grenzen überschreitet?“

Der Betrag, der die Freibeträge von 2.400 € bei der Übungsleiterpauschale und 720 € beim Ehrenamtsfreibetrag übersteigt, ist als Einkünfte zu versteuern. Allerdings kann man anstatt der Freibeträge auch Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit den Aufwandsentschädigungen stehen, gegenrechnen, sofern diese nicht als Auslagen erstattet wurden.

Was ist sonst noch zu beachten? 

Die Einnahmen aus Aufwandsentschädigungen werden, unabhängig von ihrer Versteuerung, bei bestimmten Sozialleistungen und bei Unterhaltszahlungen angerechnet. Dies ist abhängig von den für die einzelnen Leistungen geltenden Hinzuverdienstgrenzen. Wie kann ich verhindern, dass meine Aufwandsentschädigung versteuert werden muss?“ Da es viele verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten gibt und die Aufwandsentschädigungen variieren, muss jeder Einzelfall gesondert geprüft werden.

Tipp! Lassen Sie sich beraten!

Die Mitarbeiter der Kanzlei verfügen über die Fachkenntnis und die Berufserfahrung, um Sie dazu umfassend zu beraten. Sprechen Sie uns an!