Krankenversicherung auf Auszahlung von Lebensversicherungen – Was gilt hier?

Viele erleben bei der Auszahlung ihrer Lebensversicherung böse Überraschungen: Die Krankenkasse erhebt zusätzliche Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Mit dieser Praxis haben sich die Sozialgerichte in den letzten Jahren intensiv beschäftigen müssen. Teilweise waren die Beitragsforderungen unberechtigt und die Krankenkassen mussten die Beiträge zurückzahlen. Was gilt denn nun?

Steuerliche Behandlung

Bevor wir zur Kranken- und Pflegeversicherung kommen. Ein kurzer Blick ins Steuerrecht: Hier ist die Regelung sehr übersichtlich. Alle vor 2005 abgeschlossenen Lebensversicherungen sind in der Regel steuerfrei. Bei allen danach abgeschlossenen Lebensversicherungen unterliegt der Ertrag der Abgeltungssteuer bzw. muss nach dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Die Steuerpflicht gilt auch für alle Lebensversicherungen, für die der Arbeitgeber die Beiträge gezahlt hat.

Tipp! Ob die ausgezahlte Lebensversicherung wirklich steuerfrei und welche Variante bei der Versteuerung günstiger ist, rechnen wir gerne für Sie aus. Lassen Sie sich beraten!

Sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Auf Grund den Regelungen im Steuerrecht gehen viele davon aus, dass steuerfreie bereits vor 2005 abgeschlossene Versicherungen ohne Abzüge ausgezahlt werden können. In der Sozialversicherung ist die Regelung jedoch komplizierter. Es kommt zunächst auf den persönlichen Status an:

Privat Versicherte

Hier entsteht generell keine Beitragspflicht.

Gesetzlich Pflichtversicherte

Pflichtversicherte müssen auf ausgezahlte Lebensversicherungen keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, sofern sie selbst die Versicherungsbeiträge geleistet haben und als Versicherungsnehmer in der Police stehen. Hat der Arbeitgeber die Beiträge gezahlt oder steht er als Begünstigter in der Police und leitet die Auszahlung weiter, müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.

Freiwillig gesetzlich Versicherte

Hier zählt die Auszahlung der Lebensversicherung als beitragspflichtiges Einkommen. Die Krankenklasse teilt den Auszahlungsbetrag auf 120 Monate auf und berücksichtigt den sich ergebenden Betrag als monatliches Einkommen. Darauf werden die Beiträge fällig. Man zahlt also 10 Jahre höhere Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.                           Achtung! Das gilt auch für freiwillig gesetzlich versicherte Rentner.

Was kann man tun?

Es gibt Möglichkeiten die Beitragspflicht zu umgehen, wenn man rechtzeitig reagiert.

Tipp! Die Berater der Kanzlei zeigen Ihnen gerne Lösungswege. Lassen Sie sich beraten!