Pflegekosten von der Steuer absetzen. Wie geht das?

Pflege von Angehörigen stellen oft eine hohe Belastung dar. Kann man dafür etwas von der Steuer absetzen, um finanziell entlastet zu werden?

Bei den Personen, die gepflegt werden, muss es sich um Angehörige oder nahestehende Personen handeln. Es muss eine Pflegestufe vorliegen. Als Nachweis gilt der Bescheid der Pflegekasse oder ein Behindertenausweis mit dem Merkzeichen ‚ÄûH“ (Hilflos) oder ‚ÄûBl“ (blind). Besonderheiten gibt es bei der Pflege von Kindern. Es muss keine ständige Pflegebedürftigkeit vorliegen. Auch vorüber gehende krankheitsbedingte Pflege kann geltend gemacht werden.

Wie kann ich die Kosten absetzen?

Außergewöhnliche Belastungen

Grundsätzlich können Pflegekosten als:

• Außergewöhnliche Belastungen        
• Haushaltsnahe Dienstleistungen       
• Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder        
• Handwerkerleistungen     

steuerlich geltend gemacht werden. Oder man kann den              

• Pflegepauschbetrag       in der Steuererklärung berücksichtigen.



Welche Kosten fallen darunter?

Zu den Pflegekosten gehören Aufwendungen für           

• Pflegepersonal     
• Fahrtkosten         
• Kosten für eine Heimunterbringung         
• Pflegevorrichtungen      
• Umbau der Wohnung        
• Medikamente         
• Spezielle Lebensmittel und Kleidung       
• Aufwendungen Notrufsystem u. ä.      

die nicht von der Pflegekasse, der Krankenkasse oder einer anderen Stelle übernommen wurden. Aufwendungen für die Heimunterbringung werden um die Verpflegung gekürzt (Haushaltsersparnis).            

Was ist dabei zu beachten?

„Außergewöhnliche Belastungen“ – Mogelpackung des Gesetzgebers               

Bei den sogenannten Außergewöhnlichen Belastungen kann man die Aufwendungen vom Einkommen abziehen und spart die darauf zu entrichtende Steuer in Höhe des persönlichen Steuersatzes, je nach Höhe des Einkommens.              

Um „Außergewöhnliche Belastungen“ handelt es sich, wenn die Aufwendungen außergewöhnlich hoch sind. Um die Aufwendungen von Aufwendungen abzugrenzen, die viele andere auch haben, hat der Gesetzgeber eine sogenannte zumutbare Belastung eingeführt. Die zumutbare Belastung wird von den Gesamtaufwendungen abgezogen und bemisst sich nach dem Einkommen des Pflegenden.          

Beispiel:            

Pflegekosten 2.486,74 €          Zumutbare Belastung

Einkommen Ehegatten 30.000 €          
4% bis 15.340,00 € 613,60 €   
5% bis 30.000,00 € 733,00 € ./. 1.346,60 €

verbleibt Abzug Außergewöhnliche Belastungen 1.140,14 €           

Die Aufwendungen müssen mit Belegen nachgewiesen werden. Außerdem müssen ärztliche Verordnungen vorliegen. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass der Pflegende die Aufwendungen getragen hat und diese nicht vom Einkommen der pflegebedürftigen Person finanziert wurden.              

Pflegepauschbetrag              

Ohne Nachweis kann anstatt den Außergewöhnlichen Belastungen der Pflegepauschbetrag in Anspruch genommen werden. Der Pflegepauschbetrag kann angesetzt werden, wenn die pflegende Person die Pflegestufe 3 hat oder ein ‚ÄûH“ im Schwerbehindertenausweis eingetragen ist. Für den Pflegepauschbetrag gibt es keine zumutbare Belastung.             

Haushaltsnahe Dienstleistungen             

Für die Kosten eines Pflegedienstes kann eine direkte Steuerermäßigung von 20% in der Aufwendungen, bis zu 4.000 € direkt von der Steuer abziehen.           

Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis          

Ebenso trifft das auf ein sogenanntes Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis zu. Es ist ein Arbeitsverhältnis, dass bei der Bundesknappschaft angemeldet (sogenanntes Haushaltscheckverfahren) wird. Für den bezogenen Arbeitslohn bis 450,00 € im Monat müssen Beiträge an die Bundesknappschaft gezahlt werden. Mit diesen Beiträgen wird auch die Rentenversicherung finanziert. Man erwirbt somit Rentenpunkte, die auf die Rente und Rentenjahre angerechnet werden. Man kann sich aber auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.           

Im Gegenzug kann man, wie bei den Haushaltsnahen Dienstleistungen, 20% der gesamten Aufwendungen (Lohn + SV-Beiträge), maximal 510 € direkt von der Steuer abziehen.          

Handwerkerleistungen            

Speziell wird es, wenn Umbauten in der Wohnung notwendig werden. Anstatt der Außergewöhnlichen Belastungen kann dafür ein Steuerbonus, allerdings nur für die Arbeitsleistung (ohne Material) aus der Rechnung des Handwerkers in Höhe von 20%, bis zu 1.200 € direkt von der Steuer abgezogen werden.            

Tipp!           

Lassen Sie sich beraten! Die Mitarbeiter der Kanzlei helfen gerne weiter.