Steuer-Ermäßigung bei energetischer Sanierung von eigen-genutzten Wohngebäuden

Steuerermäßigung für energetische Sanierung bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (35 c EStG)

 

Ab 01.01.2020 hat der Gesetzgeber das Einkommensteuergesetz um den neuen § 35 c ergänzt. In diesem Paragraph ist die Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden geregelt.  Ziel dieser Norm ist die Wohngebäudeeigentümer unter bestimmten Voraussetzungen durch einen Steuerbonus zu unterstützen.

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden und für wen es von Bedeutung ist wird hier erläutert.

 

Begünstigt sind energetische Maßnahmen an zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden, die in der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum belegen sind.  Auch eine Ferienwohnung oder Zweitwohnung, die nur zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird, ist begünstigt. Werden die Teile der Wohnung unentgeltlich an andere Personen überlassen oder als häusliches Arbeitszimmer genutzt, ist dies unschädlich.

Das Objekt muss bei Beginn der Sanierung älter als 10 Jahre sein.

 

Im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im nächsten Kalenderjahr beträgt die Steuerermäßigung 7 % der begünstigten Aufwendungen, höchstens jeweils 14.000,00 €, im übernächsten Jahr 6 % der Aufwendungen, höchstens 12.000,00 €, für das begünstigte Objekt.

 

Die Steuerermäßigung kann gleichzeitig für mehrere Objekte beansprucht werden.  Allerdings ist je Objekt ein Höchstbetrag von 40.000,00 € zu beachten.

 

Es sind nur die energetischen Maßnahmen begünstigt.  Welche Maßnahmen zu den energetischen zählen, ist abschließend im § 35 c aufgezählt.

Das sind:

  1. Wärmedämmung von Wänden
  2. Wärmedämmung von Dachflächen
  3. Wärmedämmung von Geschossdecken
  4. Erneuerung der Fenster und Haustüren
  5. Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  6. Erneuerung der Heizungsanlage
  7. Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  8. Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als 2 Jahre sind.

Für eine Heizungsumstellung in 2020 mit Kosten in Höhe von 20.000 € wird somit nach §35c folgende direkte Steuerermäßigung gewährt:

 

2020                      7%          1.400 €

2021                      7%          1.400 €

2022                      6%          1.200 €

Summe                20%        4.000 €

 

Dabei besteht für die einzelnen Maßnahmen ein Wahlrecht, ob für die Aufwendungen eine Steuerermäßigung als Handwerkerleistung oder als energetische Sanierung beantragt wird.

Der Unterschied besteht darin, dass im Gegensatz zur Steuerermäßigung als Handwerkerleistung bei der energetischen Sanierung nicht nur Arbeitsleistung, sondern auch Materialaufwand begünstigt ist.

 

Die energetischen Maßnahmen müssen von einem Fachunternehmen ausgeführt werden.

Die Zahlung muss durch den Bankbeleg, z. B. Kontoauszug nachgewiesen werden.

 

Eine weitere Voraussetzung ist eine nach amtlichen Muster erstellte Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens. Mit dieser Bescheinigung wird nachgewiesen, dass die übrigen Voraussetzungen sowie Anforderungen an energetische Sanierungsmaßnahmen erfüllt sind.

Für die Bescheinigung sind nur die durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen Muster mit der vorgegebenen Reihenfolge anzuwenden.

 

Die Steuerermäßigung ist ausgeschlossen, soweit die Aufwendungen als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt wurden (z. B. Aufwendungen im Rahmen der doppelten Haushaltsführung).

Das gilt ebenso, wenn bereits eine andere Steuerermäßigung z. B. für Baudenkmale und Gebäude in Sanierungsgebieten oder für Handwerkerleistungen in Anspruch genommen wurde.

Auch wenn die Baumaßnahme öffentlich gefördert ist, z. B. durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (Kfw) oder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) scheidet die Steuerermäßigung ebenso dem Grunde nach aus.

 

Die Steuerermäßigung wird nur auf Antrag gewährt. Dieser Antrag ist im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu stellen.

Es sind die Baumaßnahmen begünstigt, die nach dem 31.12.2019 begonnen und vor dem 01.01.2030 abgeschlossen wurden, so dass der Begünstigungszeitraum insgesamt 10 Jahre beträgt.

Die ersten Anträge können bereits mit der Steuererklärung 2020 gestellt werden, wenn die Baumaßnahme in 2020 begonnen und beendet wurde.

 

Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass die neue Regelung für sämtliche private Haushalte, für die leistungserbringenden Fachunternehmen, die die Bescheinigung auszustellen haben und auch für die Wohnungsverwaltungsgesellschaften von Bedeutung ist.

 

 

Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt

 

Mit dieser Förderung soll die Erzeugung von Heizwärme (Heizung und Warmwasser) aus erneuerbaren Energien besonders gefördert werden (CO2-Einsparung).

 

Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden gefördert:

 

  • Privatpersonen
  • Unternehmen
  • Freiberufler
  • Kommunen
  • Sonstige juristische Personen des privaten Rechts (z.B. Vereine).

Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss für:

 

  • den Austausch von Ölheizungen gegen Gas-Hybridheizungen                 bis zu 45%
  • Einbau von Gas-Brennwertheizungen bis zu 20%
  • Einbau von Gas-Hybridheizungen bis zu 30%
  • Einbau von Solarkollektoranlagen (keine PV-Anlagen) bis zu 30%
  • Bau von Biomasse-Anlagen bis zu 45%
  • Einbau von Wärmepumpen bis zu 45%
  • Nutzung von Erneuerbare Energien bei Hybridheizungen bis zu 40%
  • Darstellung des Ertrags aus erneuerbare Energien bis 1.200 €

 der förderfähigen Kosten.

 

 

Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werden weitere:

 

  • Investitionszuschüsse
  • zinsgünstige Darlehen und
  • Tilgungszuschüsse zu den Darlehen

ausgereicht.

 

 

Wie geht man vor?

 

  1. Lassen Sie sich zunächst von einem Fachbetrieb beraten und ein Projekt bzw. ein Kostenangebot erstellen!
  1. Der Fachbetrieb informiert Sie über mögliche Förderungen durch die BAFA, ggf. auch durch die KfW.
  1. Informieren Sie sich über die steuerliche Förderung Ihres Vorhabens beim Steuerberater!
  1. Danach können Sie abwägen, welche Förderung optimal ist und Sie können die Investitionsentscheidung treffen.

 

Tipp!

 

Zur steuerlichen Förderung beraten die Mitarbeiter der Kanzlei Sie gerne!

 

Empfehlung!

 

In Sachen Heizung, Sanitär, Klima und Metallbau empfehlen wir den

 

Fachbetrieb Volker und Ronny Fischer GbR, Störacker 1, 99826 Berka v.d.H.

 

und bedanken uns außerdem für die zu diesem Beitrag zur Verfügung gestellten fachkundigen Informationen.