Abfindung clever einsetzen und Rentenkürzung vermeiden

Worum geht es?

In der Corona Krise bekommen mehr Arbeitnehmer die Kündigung. Sollte ein Arbeitnehmer dafür eine Abfindung erhalten und vorzeitig in Rente gehen wollen, dann besteht die Möglichkeit mit der Abfindung Rentenkürzungen zu vermeiden und Steuern zu sparen.

Rentenkürzung bei vorzeitigem Rentenbeginn?

Nimmt man vor Erreichen der Regelaltersgrenze die Rente in Anspruch, dann muss man Rentenkürzungen hinnehmen. Diese lassen sich durch zusätzliche Beitragszahlungen ausgleichen.

Wie geht das?

Es gibt 2 Möglichkeiten:

Variante 1 – Ermäßigte Besteuerung der Abfindung und zusätzliche Beiträge in der Einkommensteuererklärung geltend machen

Erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung dann wird diese, sofern die übrigen Voraussetzungen vorliegen, mit der sogenannten 1/5-Regelung ermäßigt besteuert. Zahlt der Arbeitnehmer unter den bestimmten Voraussetzungen des § 187a SGB VI zusätzliche Beiträge in die Rentenkasse eine, dann können diese bis zu bestimmten Höchstbeträgen als Sonderausgaben (§ 10 EStG) in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Variante 2 – Steuerfreiheit der Hälfte des Ausgleichsbetrages und ermäßigte Besteuerung des übrigen Teils

Um von dieser Variante profitieren zu können, muss der Arbeitnehmer eine Rentenauskunft bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen, aus der hervorgeht, wieviel zum Ausgleich der Rentenkürzung aufgewendet werden muss. Diesen Betrag sollte der Arbeitgeber von der Abfindung direkt an die Deutsche Rentenversicherung überweisen.

Zahlt der Arbeitgeber diese Ausgleichsbeiträge, dann bleibt die Hälfte des mitgeteilten Ausgleichsbetrages steuerfrei (§ 3 Nr. 28 EStG). Für den Restbetrag bis zur Höhe der kompletten Ausgleichszahlung kann die ermäßigte Besteuerung beantragt werden, da es sich um eine Entschädigungszahlung handelt (§ 24 Nr. 1 EStG). Dazu müssen aber alle übrigen Voraussetzungen für eine ermäßigte Besteuerung vorliegen.

Einen Nachteil hat diese Variante: Normalerweise ist eine Abfindung komplett sozialversicherungsfrei. In diesem Fall sind nur 50% der Abfindung sozialversicherungsfrei.

Lassen Sie sich beraten!

Ob sich ein vorzeitiger Rentenbeginn bzw. die Zahlung eines Ausgleichsbetrages wirklich lohnt, kann Ihnen ein gerichtlich zugelassener Rentenberater, unabhängig von der Deutschen Rentenversicherung, ermitteln. Dazu können wir, für unsere Mandanten aus der Region, gerne einen Kontakt herstellen.

Welche Variante für Sie günstiger ist und welche weiteren Voraussetzungen vorliegen müssen, prüfen die Mitarbeiter der Kanzlei gerne für Sie. Lassen Sie sich beraten!